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Schlaf & Angst

Schwerpunkte

Schlaf und Angst hängen zusammen. Deshalb behandle ich beides.

Insomnie und Angststörungen treten häufig gemeinsam auf: Sorgen und Anspannung halten wach, und der Schlafmangel zehrt an der Kraft, mit Angst umzugehen. Auf dieser Seite lesen Sie, wie die Behandlung jeweils aussieht.

Schwerpunkt 1

Schlafstörungen: kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I)

Von einer chronischen Insomnie spricht man, wenn Ein- oder Durchschlafprobleme über mindestens drei Monate an mehreren Nächten pro Woche auftreten und den Tag spürbar beeinträchtigen. In Deutschland sind davon schätzungsweise sechs bis zehn Prozent der Erwachsenen betroffen.

Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie ist ein strukturiertes Verfahren aus mehreren Bausteinen. Die nationalen und internationalen Leitlinien nennen sie als Behandlung der ersten Wahl — auch bei gleichzeitig bestehenden psychischen oder körperlichen Erkrankungen und vor dem Einsatz von Schlafmitteln.

Wichtig vorweg: Nicht jede Schlafstörung ist eine Insomnie. Schlafapnoe, das Restless-Legs-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten können ähnliche Beschwerden verursachen und brauchen eine andere Abklärung. Ob eine somatische Untersuchung sinnvoll oder bereits erfolgt ist, klären wir zu Beginn.

Die Bausteine im Einzelnen

Schlaf-Wach-Rhythmus und Bettzeiten

Wer schlecht schläft, verbringt oft immer mehr Zeit im Bett — und liegt dort immer länger wach. Über die Steuerung der Bettzeiten wird der Schlafdruck wieder aufgebaut. Das ist der wirksamste, aber auch anstrengendste Baustein; wir dosieren ihn gemeinsam.

Stimuluskontrolle

Das Bett soll wieder mit Schlaf verknüpft sein statt mit Wachliegen, Grübeln und Ärger. Dazu gehören klare Regeln dafür, was im Bett passiert — und was Sie tun, wenn Sie nachts wach werden.

Umgang mit nächtlichem Grübeln

Gedankenkarussell, Sorgen um den nächsten Tag, Rechnen an der verbleibenden Schlafzeit. Wir arbeiten mit Techniken, die das Grübeln aus der Nacht herausholen — unter anderem mit festen Sorgenzeiten am Tag.

Schlafbezogene Überzeugungen

„Ich brauche zwingend acht Stunden." „Eine schlechte Nacht ruiniert den ganzen Tag." Solche Annahmen erhöhen den Druck und damit die Anspannung. Wir prüfen sie an Ihren eigenen Daten aus dem Schlaftagebuch.

Entspannung und Herunterfahren

Verfahren zur körperlichen Entspannung und ein realistisches Abendritual, das zu Ihrem Alltag passt — nicht zu einem idealisierten Tagesablauf.

Rückfallprophylaxe

Schlechte Nächte wird es weiter geben. Entscheidend ist, was danach passiert. Zum Abschluss halten wir schriftlich fest, welche Schritte in solchen Phasen greifen.

Das Schlaftagebuch

Über die gesamte Behandlung hinweg führen Sie ein Schlaftagebuch. Es kostet Sie täglich zwei Minuten und ist die Grundlage für fast alles Weitere: Es zeigt Muster, die im Rückblick niemand zuverlässig erinnert, macht Veränderungen sichtbar und liefert die Daten, an denen wir schlafbezogene Annahmen überprüfen. Ergänzend nutze ich standardisierte Fragebögen wie den Insomnia Severity Index, um den Verlauf messbar zu machen.


Schwerpunkt 2

Angst und Panik: Verhaltenstherapie mit begleiteter Exposition

Angststörungen sind die häufigste Gruppe psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen — nach Zahlen des Robert Koch-Instituts liegt die Zwölf-Monats-Prävalenz bei rund 15 Prozent. Dazu zählen die Panikstörung, die generalisierte Angststörung, die soziale Angststörung und spezifische Phobien.

Allen gemeinsam ist ein Mechanismus: Vermeidung verschafft kurzfristig Erleichterung und hält die Angst langfristig aufrecht. Weil die befürchtete Katastrophe ausbleibt, schreibt das Gehirn dies dem Vermeiden zu — und die Angst bleibt unwidersprochen. Genau an dieser Stelle setzt die Verhaltenstherapie an.

Die Behandlung findet im Videogespräch statt. Expositionsübungen bereiten wir gemeinsam vor; durchgeführt werden sie in Ihrem Alltag, teils mit telefonischer Begleitung. Wo ein Präsenzsetting fachlich klar besser geeignet wäre, sage ich Ihnen das offen und unterstütze Sie bei der Suche vor Ort.

Wie wir vorgehen

  1. 01

    Verstehen, was passiert

    Angst ist eine sinnvolle körperliche Reaktion, die im Fehlalarm steckt. Wir erarbeiten ein Modell davon, wie Ihre Angst entsteht, was sie kurzfristig lindert — und warum genau das sie langfristig erhält.

  2. 02

    Vermeidung sichtbar machen

    Vermeidung ist selten offensichtlich. Sie steckt auch in Sicherheitsverhalten: die Wasserflasche dabeihaben, den Ausgang im Blick, sich innerlich ablenken. Wir sammeln diese Muster, bevor wir sie verändern.

  3. 03

    Kognitive Arbeit

    Katastrophengedanken werden geprüft — nicht wegdiskutiert, sondern an der Realität getestet. Ziel ist eine Einschätzung, die zu den tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten passt.

  4. 04

    Begleitete Exposition

    Der Kern der Angstbehandlung: sich der Angst schrittweise, geplant und begleitet stellen, statt ihr auszuweichen. Wir bauen die Schritte gemeinsam auf, in einem Tempo, das Sie mittragen. Nichts passiert überraschend.

  5. 05

    Übertragung in den Alltag

    Zwischen den Sitzungen üben Sie eigenständig weiter. Diese Eigenübungen sind kein Beiwerk, sondern der Ort, an dem die Veränderung stattfindet.

Begleiterkrankungen

Selten kommt eins allein

Schlafstörungen und Angst treten häufig gemeinsam mit einer Depression, mit Burnout oder mit anhaltenden Stressfolgen auf. Wenn Schlaf oder Angst der Behandlungsanlass sind, wird das mitbehandelt — es aus der Therapie herauszuhalten wäre weder möglich noch sinnvoll.

Genau hier liegt der Unterschied zu einem standardisierten Programm: Ein digitales Schlaftraining läuft für alle gleich ab. Eine Behandlung, die eine begleitende Depression übersieht, greift bei Ihnen unter Umständen nicht — nicht weil die Methode schlecht wäre, sondern weil sie an der falschen Stelle ansetzt.

Wann ein anderes Angebot besser passt

Eine Online-Behandlung ist nicht für jede Situation das richtige Format. Bei akuter Suizidalität, schweren Suchterkrankungen, akuten Psychosen oder wenn eine engmaschige Krisenbegleitung nötig ist, brauchen Sie ein anderes Setting — in der Regel vor Ort und mit ärztlicher Anbindung.

Wenn sich im Kennenlerngespräch zeigt, dass mein Angebot nicht passt, sage ich Ihnen das — und helfe Ihnen, an der richtigen Stelle weiterzusuchen.

Zum Weiterlesen

Diese Seiten gehören nicht zu meiner Praxis. Ich verlinke sie, weil sie verlässlich informieren — unabhängig davon, ob Sie sich für eine Behandlung bei mir entscheiden.

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